⚠ Warum jetzt

Die EAA gilt. Und sie kostet.

Alles, was Sie wissen sollten, bevor Sie eine Mahnung erhalten: der Zeitplan, die Sanktionen, die bereits verklagten Unternehmen und der gesetzliche Rahmen Land für Land.

250 000 €

Höchstes Bußgeld pro bestätigter Nicht-Konformität

Französisches Gesetz vom 9. März 2023, art. L. 412-1 — Umsetzung der EU-Richtlinie 2019/882

§ 01 // — Zeitplan

Von der Richtlinie zur Sanktion.

Sechs Jahre zwischen EU-Abstimmung und dem Datum, ab dem Ihr Unternehmen haftet. Die Gnadenfrist ist vorbei.

  1. 01

    17. April 2019

    EU-Richtlinie 2019/882 angenommen

    Das Europäische Parlament beschließt den European Accessibility Act. Die Mitgliedstaaten haben bis zum 28. Juni 2022, ihn umzusetzen.

  2. 02

    9. März 2023

    Französisches Umsetzungsgesetz

    Das Gesetz Nr. 2023-171 setzt die EAA in französisches Recht um. Es sieht Bußgelder bis 250 000 € für juristische Personen vor.

  3. 03

    28. Juni 2025

    Geltungsbeginn — neue Sites

    Jeder neue E-Commerce-Shop, der nach diesem Datum online geht, muss sofort konform sein. Keine Übergangsfrist.

  4. 04

    Juli 2025

    Erste formelle Beschwerden

    Behindertenverbände reichen die ersten formellen Beschwerden gegen Auchan, Carrefour, E. Leclerc und Picard ein.

  5. 05

    28. Juni 2030

    Ende der Frist für Bestandsseiten

    Sites, die vor Juni 2025 erstellt wurden, müssen konform sein — es sei denn, sie können aktive Bemühungen nachweisen.

§ 02 // — Bereits eingereichte Beschwerden

Vier große Händler, im ersten Monat getroffen.

Französische Behindertenverbände wie Valentin Haüy und APF France handicap warten nicht. Hier sind die ersten formellen Aktionen nach Inkrafttreten der EAA.

Auchan

⚠ Formelle Mahnung

// Juli 2025

Bestellprozess für Screenreader nicht nutzbar

Carrefour

⚠ Formelle Mahnung

// Juli 2025

Formularfelder ohne Label, unzureichender Kontrast bei Werbebannern

E. Leclerc

⚠ Formelle Mahnung

// Juli 2025

Kundenbereich nicht per Tastatur navigierbar

Picard

⚠ Formelle Mahnung

// Juli 2025

Produktbilder ohne Alternativtext

Quellen und Aktenzeichen sind öffentlich. Wer einen Shop mit weniger als 250 Mitarbeitern betreibt, ist das nächste Ziel: Große Händler können sich Anwälte leisten, Sie nicht.

§ 03 // — Der Gesetzestext

Was tatsächlich verlangt wird.

«
„Produkte und Dienstleistungen, die den in dieser Richtlinie festgelegten Barrierefreiheitsanforderungen unterliegen, werden so konzipiert und hergestellt, dass ihre vorhersehbare Nutzung durch Menschen mit Behinderungen maximiert wird, und sie werden, soweit möglich, auf oder im Produkt mit zugänglichen Informationen über ihre Funktionsweise und ihre Barrierefreiheitsmerkmale versehen."

// Richtlinie (EU) 2019/882, Artikel 4 §1

Klartext: Ihr Shop muss von einer blinden, sehbehinderten, gehörlosen oder motorisch eingeschränkten Person nutzbar sein. Nicht oberflächlich — wirklich.

§ 04 // — Wer betroffen ist

Sie, höchstwahrscheinlich.

Die EAA gilt für alle Wirtschaftsakteure, die Waren oder Dienstleistungen in der EU anbieten — einschließlich Online-Shops. Einige konkrete Fälle:

// scénario 01

Sie verkaufen an Verbraucher (B2C)

→ Sie sind betroffen.

Alle B2C-E-Commerce-Sites fallen in den Geltungsbereich der EAA, unabhängig von der Größe.

// scénario 02

Sie haben weniger als 10 Mitarbeiter UND weniger als 2 Mio. € Umsatz

→ Mögliche Ausnahme (Kleinstunternehmen).

Aber nur, wenn Sie es ausdrücklich erklären. Und die Ausnahme gilt nicht für Sites, die nach dem 28. Juni 2025 erstellt wurden.

// scénario 03

Sie verkaufen ausschließlich B2B

→ Teilweise betroffen.

B2B-Dienste sind weniger betroffen, aber die EAA gilt für Zahlungsschnittstellen und Online-Kundensupport.

// scénario 04

Sie sind eine Agentur, die 10 Kundenshops betreut

→ Betroffen × 10.

Jeder Kundenshop haftet einzeln. Aber der technische Mangel landet vertraglich bei Ihnen.

§ 05 // — Land für Land

Wo Sie verklagt werden können.

Die EAA ist eine EU-Richtlinie, aber jeder Mitgliedstaat hat sie mit eigenen Behörden und eigenen Sanktionsgrenzen umgesetzt.

PaysLoiAutoritéAmende max.
FrankreichGesetz Nr. 2023-171 vom 9. März 2023DGCCRF250 000 €
DeutschlandBarrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG)Marktüberwachungsbehörden des Bundes100 000 €
SpanienReal Decreto 193/2023Ministerium für Soziale Rechte600 000 €
ItalienD.Lgs 82/2022 (aktualisierter Stanca-Act)AgID40 000 €
Restliche EUNationale Umsetzungen der Richtlinie 2019/882VariabelJe nach Land

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